Das Deni Ute Muster (sprich “Denni Jut Master“) Deni für Deniliquin, das ist der Ort und eine Ute ist das australischste Fahrzeug, was es auf dem Land gibt. Ein Zweisitzer mit Ladefläche (siehe Fotos). Das Gute an dem Festival ist, dass man nicht zwingend eine Ute braucht, um teilzunehmen. Freitagmorgen, 10 Uhr, Abfahrt. 300 Kilometer - 3einhalb Stunden nördlich - Deniliquin. Ein Kuhkaff, bevölkert mit Utes und Verrückten. Das Festivalgelände liegt 3 km außerhalb des Orts, denn an Platz mangelt es ja im australischen Hinterland nicht. Ein Riesenzeltplatz, wie bei deutschen Festivals auch. Nur dass hier über 10.000 Menschen ihre Ute mitgebracht haben. Weitere 20.000 campen wie wir, oder haben ein Wohnmobil, einen Wohnwagen, riesige Zelte oder einen Reisebus mitgebracht. Wir sind auf der “Family-Campsite” untergebracht. Und “Familiy” heisst hier wirklich Familie. Babies im Kinderwagen, 10-jährige Cowboys mit der üblichen Ausrüstung (dazu später mehr), Jugendliche jeden Alters, Väter, Mütter, Omas, Opas - kurz: 30.000 Australier und 2 Deutsche.
Die Ausrüstung, um die man nicht herumkommt ist: Ccowboy-Hut, Flanellhemd oder Unterhemd, Jeans, Cowboystiefel und eine Dose Rum-Cola, hier von der Marke Bundaberg, also kurz: “Bundie”. Ich bin bei Jeans, Hut und Getränk stehengeblieben, Oliver ist schon das zweite Jahr hier und ein paar Schritte weiter.
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| I´m an Aussie! |
Neben üblichen Festivalaktivitäten, wie Grillen, Trinken und Musik hören, gibt es hier an fast jedem Zeltplatz ein Lagerfeuer! Mitten im trockenen Busch. Und am Eingang wird Feuerholz in rauen Mengen verkauft. Die Temperaturen erreichen tagsüber um die 28 Grad in der prallen Sonne, aber nachts geht’s runter auf 4-8. Von daher sind die Feuer durchaus zu empfehlen.
Ansonsten gibt es hier Disziplinen, die die Macher von “Schlag den Raab” aufhorchen lassen dürften “Ute-Pulling”: 2 Teams schleppen mit einem Strick ein Auto ab, das schnellere gewinnt.
Holzhacken: Holzhacken. Auf Zeit.
Peitschenknall-Wettbewerbe: wer die Peitsche am lautesten und schnellsten knallen lässt, gewinnt. Rodeo: Bullenreiten. Mit Knochen brechen und Krankenwagen und australischem Meister und so.
Motorrad- Springer. 3 Typen auf Cross-Maschinen, die innerhalb von einer Stunde 88 Mal ihr Leben riskieren. Nur damit der Deutsche seine Fotos kriegt.
Dann bauen die Aussies riesige Bars in die Pampa, zweistöckig, mit Bühne und Millionen Dosen von Getränken. Abends spielen Bands, wir hatten das Glück, dass Cold Chisel Headliner waren. In Australien gibt es ganz vorn AC/DC, und danach so 2-3 Bands, die auf einer Stufe stehen und eine davon ist Cold Chisel. Dementsprechend singen alle mit. Alle. Ob Opa oder 18-jähriger. (Die Babies mal ausgenommen, die mit ihrem Bundie im Wohnwagen liegen.)
Einen Weltrekord fürs Guiness-Buch gabs auch noch: 3.500 Menschen in blauen Unterhemden.
Kein Kommentar.
Vor dem Festival hat mir Oliver, der seit 8 Jahren in Australien lebt, gesagt, das Ganze sei das Australischste, was er je gemacht habe. Auf dem Rückweg hat seine Freundin, die in Australien geboren ist und zum ersten Mal dabei war, mit einem müden Grinsen von sich behauptet:
“Now, I´m an Aussie!”
Fazit: Es ist Sommer

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