Sonntag, 28. März 2010

Tully - Sonntags-Sprint oder auch Speed-Humping

in actiondie "Pausenhalle" Bananen vor schöner Kulisse (die man aber irgendwann auch nicht mehr bemerkt)


die Kollegen


ein sonniger Tag


unser Supervisor Pete


Bananen - mal ohne Müllsack


die Crew

der Weg in die Plantage


KEINE IMPORTS!! diese Aufkleber gibts überall in Australien








Heut gabs zum ersten Mal Sonntagsarbeit. Normalerweise sinds ja 8 Stunden mit Pausen, heute gings "nur" darum, 10 Anhänger zu füllen - Zeit is uns überlassen. Da ist es klar, dass jeder schnell wieder nach Hause will und die Bestmarke vom letzten Mal, 3 Stunden, unterbieten will. Aber die Vorzeichen waren schon schlecht, einer ist nicht erschienen heut morgen um 6, es hat gestern schon den ganzen Tag geschüttet, heute ebenfalls. Normalerweise machen wir so 2-5 Anhänger in zwei Stunden. 5 aber auch nur, wenn ganz wenig geredet wird und jeder Gas gibt und viele Bananen da sind. Eine der anderen Crews macht 7 pro Session, also pro 2 Stunden. Die müssen ja Spass haben.

Heute hiess es also Rennen, was das Zeug hält. Bananen auf den Rücken, zack zack zum Anhänger, und wieder zurück und hoffen, dass der Cutter schon den nächsten Bunch hat. Leider hat unser Supervisor keine guten Felder ausgewählt, so dass nicht viele Bananen dawaren und wir zwischendurch immer wieder laufen mussten. Das hat den Fluss gestoppt. Ich hab die Anhänger weggefahren, normalerweise ja sehr vorsichtig, denn die Bananen sind ja unser bestes Gut (wir erinnern uns - BE GENTLE WITH THE BANANAS!! -) aber heut auch mal ein bisschen mehr Gas gegeben. Alles nix genützt, hat trotzdem viereinhalb Stunden gedauert. Naja, aber es ist alles reine Kopfsache. Wenn man Mo-Fr loszieht, kommen einem die zwei Stunden ewig vor, weil keiner ausser Pete, dem Supervisor, eine Uhr beihat und man so nie weiss, obs gleich schon Mittag gibt, oder wir noch n Stündchen nassgeregnet werden.

Wenn man das Ganze an Anhängern messen kann, gehts viel schneller. Diese viereinhalb Stunden kamen mir vor wie zwei. Und wenn man daneben dann noch den Sonntagszuschlag im Kopf hat, ist es wirklich gut auszuhalten. Ausserdem bin ich ja zum Arbeiten hier und für nichts anderes eigentlich. Karfreitag und Ostermontag "dürfen" wir nicht ran, das heisst, zwei Tage weniger Geld, aber mal die Gelegenheit, den geschundenen Körper komplett zu regenerieren. Hoffentlich regnets nicht wieder durch. Fahre evtl mit meinem holländischen Kumpel nach Cairns, nach einem Auto suchen.

Fazit: Gut, dass Dortmund Unentschieden gespielt hat, sonst hätte ich noch zur Meisterfeier einfliegen müssen ...

Donnerstag, 18. März 2010

Tully - geklautes Bananenvideo

Also wenn man hier den Ton ausschaltet, bekommt man feine Impressionen davon, wo ich derzeit arbeite. Das ist die Mackays Farm, hier werden 20% aller australischen Bananen gezüchtet!!

http://www.youtube.com/watch?v=Zel_eathjAQ

Tully - Impressionen von Wochenenden

Solche Bilder entstehen, wenn man seine Kamera verleiht...
Der Blick über Cairns

Die Bootsfahrt in Kuranda


Das ist echter Dschungel - so mit Lianen und so





Wochenende=Urlaub



Der Wauzi ganz vorne mit an Bord






Die Fledermäuse in Cairns lassen mich einfach nicht los - auch tagsüber






Josephine Falls - ein Traum








Nicht nur die "Wasserrutsche" hat es in sich





Donnerstag, 11. März 2010

Es ist vollbracht!

Und zwar so einiges.
- Die Bananen tragen sich so, wie die im Supermarkt, bin also in etwa auf dem Standard der Jungs angekommen. Arme und Ruecken sind auch OK, Abends, klar, ein bisschen geraedert, aber viel besser als noch zu Beginn der Bananenschlepperei. Wenn ich jetzt die groessten Bunches (Stauden) am hoechsten Baum sehe, ist die einzige kleine Sorge nur noch, dass ich mich nicht auf die Schnauze lege, denn wenn es geregnet hat, sind die meisten Hindernisse knietief und aus Wasser oder halt einfach nur Matsche. Was zur Zeit den groessten Muskelkater in sich traegt, sind die Beine - Gott weiss, warum.
- Mein Job hat sich veraendert. Ja, es ist kaum zu glauben. Auch in dieser trivialen Branche gibt es Veraenderungen. Sogar, wie ich grade noch finde, deutlich zum Positiven. 2 Leute auf dem Anhaenger, 2-4 mit Machete im Busch, abschneiden, 2-4 Schleppen, einer faehrt waehrenddessen langsam durch die endlos erscheinenden Reihen von Bananenbaeumen. Dahinter steht immer ein zweiter Trecker mit einem zweiten Anhaenger, denn wenn der erste voll ist, muss es ja sofort weitergehn. Einer der Humper (Schlepper), der sogenannte Point-Driver, springt auf den Trecker, faehrt entweder direkt zur Fabrik oder an einen Point, wo die Ladung spaeter abgeholt wird. Danach duest er wieder zurueck zu den andern und schleppt, bis der naechste Anhaenger voll ist. Ich hab wohl Anfang der Woche bei einer normalen Treckerschicht geglaenzt (mit voller Absicht, weil ich wusste, dass alle gucken, "mal eben" mit vollem Anhaenger auf engem Raum rueckwaerts eingeparkt) und prompt kam 2 Stunden spaeter von unserm Supervisor Peter die Frage, ob ich nicht der naechste Point-Driver werden will. (An dieser Stelle VIELEN DANK an meinen Vater fuer die Autofahrer-Gene, die seine Kinder von ihm uebernommen haben.) Ich wusste natuerlich auch, dass Taka, der grade die Points faehrt, nur noch 2 Wochen da ist und nach einem Jahr Bananen endlich wieder nach Japan darf (ohne Moos nix loos).
Joa, so bin ich mal wieder bei einem Fahrerjob gelandet. Ich finds perfekt, weil das Humpen mir nichts mehr ausmacht, ich das Sortieren auf dem Anhaenger nicht vermisse und Fahrzeuge bewegen ja schon immer meine Leidenschaft war. Es fehlt das Radio.
Hab die Woche schon mit Taka geuebt, weil eine Schwierigkeit doch bei dem Ganzen dabei ist: man hat hinten unter dem Anhaenger eine Rollvorrichtung, womit die Bananen auf die Points gerollt werden, also quasi ein "Wagen" auf dem nackten Anhaenger. Den muss man haargenau auf den Point fahren, rueckwaerts, weil die Schienen ineinander uebergehen muessen. Is ne Wurschtelei, aber von Mal zu Mal wirds besser, hab dann heute meinen ersten Tag alleine gehabt. Da war das Fahren aber zehnmal stressiger, als das entspannte Humpen zwischendurch. Verkehrte Welt. Aber man muss sich natuerlich beeilen, sonst steht die Crew ohne Haenger da und dann gibts RICHTIG Theater.
- Mein Zweitjob laeuft. Also jetzt grade, in dieser Sekunde, wo ich schreibe, auch. Komme jetzt Montags bis Donnerstag gegen halb fuenf von der Arbeit, dusche, ess vielleicht was, geh vielleicht einkaufen oder sonswas und bin dann von sechs bis acht im Internetcafe. Die "Arbeit" besteht daraus, Leuten Zettel mit Timecodes zu verkaufen, was ca. 4 Mal die Stunde vorkommt, weil die Leute die Timecodes einen Monat lang benutzen koennen, sich also oft einfach nur an einen PC setzen und irgendwann wieder gehn. Und ich muss am Ende die Abrechnung machen, was mich am ersten Tag, Montag, noch 15 Minuten gekostet hat, gestern war ich dann um fuenf nach acht wieder im Hostel. Es ist auszuhalten, wenn ich mir ueberlege, dass ich dafuer jetzt KEINE MIETE mehr zahlen muss. Perfekte Einsparmoeglichkeit! Ganz nebenbei bin ich 8 Stunden die Woche fuer lau im Internet, kann also jede Menge Emails beantworten. :-)
- Der Autokauf wird vorangetrieben. Wenn ich schon die ganze Woche ueber rund 12 Stunden am Tag mit Arbeit verbringe, will ich wenigstens am Wochenende mein eigener Herr sein und hinfahren, wo es mir gefaellt. Am vergangenen Sonntag waren wir bei einer Badestelle bei Wasserfaellen - herrlich. Aber immer fragen muessen, "Wer faehrt?" "Wann?" "Platz frei?" Keine Lust. Da ich mir fuer den Trip nach der Arbeit sowieso ein Auto zuelgen moechte, kann ich die Suche auch jetzt schon beginnen und werde damit wahrscheinlich am Wochenende in Cairns beginnen.

Fotos von der Farm gibts mal wieder keine. Auf der Farm werde ich wahrscheinlich kommende Woche mal dokumentarisch festhalten, was es heisst, bei entweder 40 Grad 90 Kilo durch die Gegend zu wuchten, oder aber wie ich aussehe, wenn ich 8 Stunden unter der Dusche Tullys verbracht habe. Gestern war so ein Tag. Normaler Duschkopf. 8 Stunden am Stueck. Lauwarm. Mit Tropen-Regen-Einstellung. Jetzt weiss ich, dass das keine ausgedachte Erfindung ist.
Wasserfallbilder vom Wochenende haenge ich bei Gelegenheit noch an.

Fazit: In ungelernter Bananenpflueckerstelle kann man locker mehr Kohle machen, als mit Berufserfahrung und Ausbildung in der Chefetage eines kleinen Lokalsenders. Da stellt man sich doch Fragen ...