Und zwar so einiges.
- Die Bananen tragen sich so, wie die im Supermarkt, bin also in etwa auf dem Standard der Jungs angekommen. Arme und Ruecken sind auch OK, Abends, klar, ein bisschen geraedert, aber viel besser als noch zu Beginn der Bananenschlepperei. Wenn ich jetzt die groessten Bunches (Stauden) am hoechsten Baum sehe, ist die einzige kleine Sorge nur noch, dass ich mich nicht auf die Schnauze lege, denn wenn es geregnet hat, sind die meisten Hindernisse knietief und aus Wasser oder halt einfach nur Matsche. Was zur Zeit den groessten Muskelkater in sich traegt, sind die Beine - Gott weiss, warum.
- Mein Job hat sich veraendert. Ja, es ist kaum zu glauben. Auch in dieser trivialen Branche gibt es Veraenderungen. Sogar, wie ich grade noch finde, deutlich zum Positiven. 2 Leute auf dem Anhaenger, 2-4 mit Machete im Busch, abschneiden, 2-4 Schleppen, einer faehrt waehrenddessen langsam durch die endlos erscheinenden Reihen von Bananenbaeumen. Dahinter steht immer ein zweiter Trecker mit einem zweiten Anhaenger, denn wenn der erste voll ist, muss es ja sofort weitergehn. Einer der Humper (Schlepper), der sogenannte Point-Driver, springt auf den Trecker, faehrt entweder direkt zur Fabrik oder an einen Point, wo die Ladung spaeter abgeholt wird. Danach duest er wieder zurueck zu den andern und schleppt, bis der naechste Anhaenger voll ist. Ich hab wohl Anfang der Woche bei einer normalen Treckerschicht geglaenzt (mit voller Absicht, weil ich wusste, dass alle gucken, "mal eben" mit vollem Anhaenger auf engem Raum rueckwaerts eingeparkt) und prompt kam 2 Stunden spaeter von unserm Supervisor Peter die Frage, ob ich nicht der naechste Point-Driver werden will. (An dieser Stelle VIELEN DANK an meinen Vater fuer die Autofahrer-Gene, die seine Kinder von ihm uebernommen haben.) Ich wusste natuerlich auch, dass Taka, der grade die Points faehrt, nur noch 2 Wochen da ist und nach einem Jahr Bananen endlich wieder nach Japan darf (ohne Moos nix loos).
Joa, so bin ich mal wieder bei einem Fahrerjob gelandet. Ich finds perfekt, weil das Humpen mir nichts mehr ausmacht, ich das Sortieren auf dem Anhaenger nicht vermisse und Fahrzeuge bewegen ja schon immer meine Leidenschaft war. Es fehlt das Radio.
Hab die Woche schon mit Taka geuebt, weil eine Schwierigkeit doch bei dem Ganzen dabei ist: man hat hinten unter dem Anhaenger eine Rollvorrichtung, womit die Bananen auf die Points gerollt werden, also quasi ein "Wagen" auf dem nackten Anhaenger. Den muss man haargenau auf den Point fahren, rueckwaerts, weil die Schienen ineinander uebergehen muessen. Is ne Wurschtelei, aber von Mal zu Mal wirds besser, hab dann heute meinen ersten Tag alleine gehabt. Da war das Fahren aber zehnmal stressiger, als das entspannte Humpen zwischendurch. Verkehrte Welt. Aber man muss sich natuerlich beeilen, sonst steht die Crew ohne Haenger da und dann gibts RICHTIG Theater.
- Mein Zweitjob laeuft. Also jetzt grade, in dieser Sekunde, wo ich schreibe, auch. Komme jetzt Montags bis Donnerstag gegen halb fuenf von der Arbeit, dusche, ess vielleicht was, geh vielleicht einkaufen oder sonswas und bin dann von sechs bis acht im Internetcafe. Die "Arbeit" besteht daraus, Leuten Zettel mit Timecodes zu verkaufen, was ca. 4 Mal die Stunde vorkommt, weil die Leute die Timecodes einen Monat lang benutzen koennen, sich also oft einfach nur an einen PC setzen und irgendwann wieder gehn. Und ich muss am Ende die Abrechnung machen, was mich am ersten Tag, Montag, noch 15 Minuten gekostet hat, gestern war ich dann um fuenf nach acht wieder im Hostel. Es ist auszuhalten, wenn ich mir ueberlege, dass ich dafuer jetzt KEINE MIETE mehr zahlen muss. Perfekte Einsparmoeglichkeit! Ganz nebenbei bin ich 8 Stunden die Woche fuer lau im Internet, kann also jede Menge Emails beantworten. :-)
- Der Autokauf wird vorangetrieben. Wenn ich schon die ganze Woche ueber rund 12 Stunden am Tag mit Arbeit verbringe, will ich wenigstens am Wochenende mein eigener Herr sein und hinfahren, wo es mir gefaellt. Am vergangenen Sonntag waren wir bei einer Badestelle bei Wasserfaellen - herrlich. Aber immer fragen muessen, "Wer faehrt?" "Wann?" "Platz frei?" Keine Lust. Da ich mir fuer den Trip nach der Arbeit sowieso ein Auto zuelgen moechte, kann ich die Suche auch jetzt schon beginnen und werde damit wahrscheinlich am Wochenende in Cairns beginnen.
Fotos von der Farm gibts mal wieder keine. Auf der Farm werde ich wahrscheinlich kommende Woche mal dokumentarisch festhalten, was es heisst, bei entweder 40 Grad 90 Kilo durch die Gegend zu wuchten, oder aber wie ich aussehe, wenn ich 8 Stunden unter der Dusche Tullys verbracht habe. Gestern war so ein Tag. Normaler Duschkopf. 8 Stunden am Stueck. Lauwarm. Mit Tropen-Regen-Einstellung. Jetzt weiss ich, dass das keine ausgedachte Erfindung ist.
Wasserfallbilder vom Wochenende haenge ich bei Gelegenheit noch an.
Fazit: In ungelernter Bananenpflueckerstelle kann man locker mehr Kohle machen, als mit Berufserfahrung und Ausbildung in der Chefetage eines kleinen Lokalsenders. Da stellt man sich doch Fragen ...