Sonntag, 27. Juni 2010

von Tully nach Pacific Paradise

On the road

4 Monate Bananen sind rum. Und ich habs ohne böse Krankheiten überstanden, hab viele neue Freunde und Bekannte gefunden und mein Konto aufbessern können. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich viel viel Glück gehabt habe, mit meinen Zimmermitbewohnern, meinen zwei Jobs, den Leuten, die ich bei der Arbeit kennengelernt habe. Ich hab Tully oft verflucht, aber mittlerweile merke ich, dass es mich viel schlimmer hätte treffen können.
Nach einem ausgiebigen Party-Abschieds-Wochenende (immerhin haben 11 Leute gleichzeitig Abschied aus Tully gefeiert) in Tully und Cairns war Montag eine Reifen-Tour auf einem kleinen Fluss in der Nähe von Cairns angesagt. Drei Stunden Regenwald, Ruhe und Relaxen. Am Dienstag sind Laura (meine britische Mitreisende) und ich dann aufgebrochen. Immer dem Bruce Highway Number One folgen Richtung Süden, Richtung Sydney.
Australien ist ein absolutes Reiseland. Ich kann behaupten, dass mindestens 40 Prozent aller Fahrzeuge, die mir auf dem Highway entgegenkommen, umgebaute Bullis, Autos mit Wohnwagen oder Wohnmobile sind. Wahnsinn. Unsere Unterkünfte wechseln, Dienstag haben wir an der Strasse in der Nähe von Ingham geschlafen, auf einem Rastplatz, wo sich ungefähr 40 Gleichgesinnte mit ihren Fahrzeugen eingefunden haben.  Mittwoch gings nach Airlie Beach, wo wir uns ein Hostel gegönnt haben - das Deutschlandspiel stand ja an! Und um 04.30 morgens hat leider kein Pub mit Fernseher geöffnet. Donnerstag war Ruhetag in Airlie auf einem Campingplatz angesagt - Bulli aufräumen, Vorhänge anbringen, Zelt reparieren, Ausruhen, Lesen, Schachspielen, Sonnen, Schlafen.
Freitag gings dann weiter, 510 Kilometer bis Rockhampton, ein kleiner Campingplatz an der Strasse war schnell gefunden. Gestern dann hatten wir ein Ziel - die Sunshine Coast. Eine Freundin von Laura wohnt hier und wir hatten weitere 560 km hinter uns zu bringen. Was wir nicht wussten, ist, dass die Freundin grade letzte Woche mit ihrem Verlobten ein Haus gekauft hat und wir quasi jeder ein eigenes Zimmer bekommen haben und bleiben können, solang wie wir wollen. Ihr Verlobter, Australier, ist selber 2 Jahre durch Europa gereist und weiss, was es für einen Backpacker heisst, ein eigenes Dach überm Kopf zu haben, Strom und warmes Wasser. Sehr gastfreundlich und der ideale Ort, um auf dem HD-Flachbildfernseher heute Abend DAS Spiel zu sehn. Laura und ihre Freundin sind britisch, den Verlobten habe ich auf meine Seite gezogen. Ich bin sehr gespannt.
In ca 10 Tagen will ich in Sydney sein, meinen Kumpel Peter treffen und mich über meinen ersten deutsch/italienischen Besuch freuen.

Fazit: Es ist zwar Australien - aber mit zwei Pullovern und der Decke über dem Kopf ist es immernoch Scheissekalt nachts im Bulli!! Und es wird kälter ...


Von On the road

Dienstag, 15. Juni 2010

Tully - extrem

Was für ein Wochenende! Am Freitagabend gabs eine kleine Abschiedsparty für einen Italiener in einer WG mit anschliessendem Bar-Besuch. Um 00.00 Uhr das Eröffnungsspiel der WM - ich habs nur mit halbem Auge mitbekommen, die Müdigkeit hat gesiegt.

Samstagmorgen gings um 6 raus, ab ins Auto, 180 Kilometer Richtung Norden, 19 Jungs mit nur einem Ziel: Paintball. Krieg mit Farbkugeln. Leicht verkatert und müde haben wir uns erbarmungslose Schlachten geliefert, alle Jungs waren entweder meine Arbeitskollegen oder Hostelmitbewohner. Ich hab das von einem anderen Arbeitskollegen erfahren und direkt gebucht.

Abends gings dann zu meinem Boss raus in sein Haus im Niemandsland (er war übrigens auch beim Paintball), grillen, den unfassbaren Sternenhimmel bewundern und Japanisch von einem Arbeitskollegen lernen (zu mehr als Arrigato hats aber nicht gereicht). Um 04.30 hat mich mein Wecker wieder in den Fernsehraum getrieben, die beiden Briten, mit denen ich geguckt habe waren mehr als sauer, mich hats amüsiert. Unentschieden gegen die Fussball-Nieten Nummer eins...
Sonntag morgen dann wieder früh raus - Rafting auf dem Tully River war angesagt. Eine Veranstaltung für den guten Zweck, für uns vergünstigtes Rafting - perfekt. Zwei Rennen haben wir uns geliefert, gekämpft bis aufs Blut und doch verloren. Mit Muskelkater in den Beinen vom Paintball sowie in den Armen vom Rafting gings dann Abends wieder auf die Piste.
04.30 Uhr: ENDLICH WM MIT JOGIS JUNGS!!! Meine beiden britischen Mitstreiter sind tatsächlich in der Halbzeit ins Bett gegangen: "Germany is too good!" Naja, alleine feiern geht auch. Zwischendurch kleine Skype-Konferenzen mit der Heimat helfen gegen die Einsamkeit.
Montag war dann endlich Ausschlafen angesagt - Queens birthday, das bedeutet in Australien - Feiertag. Noch nicht mal in England gibts dafür frei. Die wissen hier halt, wie man ordentlich lebt. Ich werde mal sehen, wann unser Merkelchen Geburtstag hat und schaun, was sich machen lässt...
Mittags bin ich mit vier anderen Jungs auf eine Krokodilfarm gefahren. Da gabs neben Krokodilen auch Kasuare, Schlangen, Wallabys (verkleinerte Känguruhs) und Papageien - eine seltsame aber sehr erheiternde Mischung. Wir habe allerlei Quatsch mit den Wallabys veranstaltet und danach eine sehr interessante Tour durch die Krokodil-Welt mitgemacht.
Jetzt steht noch Arbeit auf der Farm bis Freitag an, dann gibts diverse Abschiedsfeiern und danach kehre ich Tully ENDLICH den Rücken.

Fazit: Ostküste - ich komme!!

Anmerkung: Die Fotos gibts jetzt immer separat, das geht viel einfacher und auch schneller. Einfach draufklicken und schon seid ihr beim Album...