Samstag, 21. August 2010

Great Ocean Road und News aus Melbourne - es geht bergauf!!

Die große Ozeanstraße ist wohl eines der touristischen Highlights von Australien. Neben Ayers Rock und Sydney bestimmt auch am berühmtesten. Nachdem meine Jobsuche nicht sehr erfolgreich war, habe ich mich kurzentschlossen mit meinem englischen Kumpel Arran, der aus Bananenhausen eingeflogen ist, auf den Weg gemacht, um auch ein paar Fotos zu schiessen und das triste Warten im eigentlich sehr schönen Melbourne zu unterbrechen.
Die Great Ocean Road geht von West nach Ost im Süden Australiens ungefähr 300 Kilometer. Wir sind von Melbourne im Osten direkt den kurzen Weg durchs Landesinnere an den Beginn der Route gefahren, haben da noch zwei Mädels aus den Bananen wiedergetroffen und haben die Strecke dann mit zwei Bullis in Angriff genommen.
Von Wallanganbee (oder so ähnlich) gehts die ersten 120 km durch grünes, hügeliges Gebiet, das immer wieder von "Lookout-Points", so Plattformen, wo man die verschiedensten Felsenformationen sehn kann, unterbrochen. Das Wetter war völlig verrückt - Regen, kalt, dann wieder Sonne und Tshirt. Ein ständiges Auf und Ab. Im Ausgangsort haben wir dann auch noch Pinguine entdeckt, zwar nur Zwergpinguine, aber doch mal wieder eine neue Spezies auf der Liste der "Tiere, dich ich schonmal in freier Wildbahn gesehn habe".
Nach unzähligen Fotostopps sind wir auf einem Campingplatz in einem Ort gelandet, wo es laut einer bayrischen Mitreisenden "die besten Fish&Chips Australiens" geben sollte. Sagen wir mal so: es war lecker.
Der zweite Teil der großen Ozeanroute dann ist so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Eine gewundene Strasse direkt am Meer. Wahnsinnswellen, bestimmt fünf leuchtend-strahlende Regenbögen und Felsen und Klippen soweit das Auge reicht. Ein Stück weiter im Landesinneren warten dann noch ein paar Wasserfälle auf den Auslöser der Digitalkameras und dann gehts auch schon wieder in städtische Regionen, zurück nach Melbourne.


Great Ocean Road + Melbourne

Hier gibts eigentlich durchweg positive News. Vergangene Woche konnte ich nach 2 Tagen meine Karriere als Möbelpacker und Umzugshelfer beenden (Kurzarbeit, jeweils Tages-Anfragen durch eine Agentur) und morgen beginnt dann mein steiler Weg nach oben durch Schokolade, Zitrone-Käsekuchen, Krokant, Vanille, Minze, Mango-Papaya, Haselnuss und 143 andere Sorten.
Ich werde Eisverkäufer.
Bei Fritz Gelato in St.Kilda arbeitet man allein, ich werd morgens den Shop öffnen, zwischen 8 und 12 Stunden Eis an den Australier oder Touristen bringen und Abends mit dickem Bauch nach Hause kugeln (der Chef hat grade eben im Vorstellungsgespräch ausdrücklich betont, dass ich die Sorten alle probieren muss, um den Kunden Auskunft zu geben). Ja - nach Hause kugeln! Es gibt auch wieder ein zu Hause!
Ich wohne in einer WG mit 3 anderen Leuten, mit denen ich schon 3 Monate in Tully, in Bananenhausen verbracht habe. Die haben sich während meiner Tour über die Seestrasse um eine Bleibe gekümmert, so dass ich gestern nur noch einziehen musste. Ich teil mir ein Zimmer mit einem der britischen Jungs, ein britisch-irisches Pärchen wohnt in dem anderen, mein Kumpel Arran wohnt erstmal auf dem Sofa.
Und am Montag mach ich dann endlich wieder das, was mir eigentlich am meisten Spass macht - Redakteur sein. Da geht nämlich meine 8-wöchige Hospitanz beim Radiosender SBS los. Dazu dann beim nächsten Mal sicherlich mehr.
Das Schöne ist, dass meine Kalorienkarriere perfekt RadioRob passt, Radio gibts nämlich neben der täglichen Morgensendung Dienstags und Donnerstags Abends und kalte Freuden Mittwochs und Freitags Abends und am Wochenende. Ich würde sagen-es kann losgehn!

Fazit: die Achterbahn ist mal wieder auf dem Weg nach oben...

Donnerstag, 5. August 2010

Sydney - Byron Bay - Sydney - Canberra - Melbourne

Huch, jetzt ist schon August! Es rast alles so dahin. Die Reise mit Silvia hat uns, wie vorher ausgedacht, bis nach Byron Bay geführt und dann wieder runter bis Sydney. Zwischenstopps wie Nimbin oder ein nochmaliger Besuch in Seal Rocks und dem angrenzenden Naturschutzgebiet waren echte Highlights, genau wie der Koala-Park in Port Macquarie oder der beheizte Pool auf dem Campingplatz in The Entrance.
Die Reise hat uns am Ende noch 2 Tage in Sydney beschert, wovon wir einen genutzt haben, um uns die Stadt anzusehen (es hat durchweg geregnet und war schweinekalt, sehr schade für Silvia, da sie ja da nicht nochmal so schnell hinkommt) und am zweiten haben wir uns einen Campingplatz in Flughafennähe gesucht und sind nochmal schick Essen gegangen (natürlich italienisch :-).
Nach ihrer Abreise vergangenen Freitag bin ich noch eine Nacht in Sydney mit zwei Kumpels von der Bananenarbeit geblieben, um dann meine erste Bulli-Reise allein anzutreten. Google-Maps hat mir versichert, dass der Weg über Canberra durchs Landesinnere der kürzeste ist, also höre ich auch darauf. Ohne mir die weiteren Begebenheiten anzusehen. Erste Etappe: Sydney nach Canberra. Nach ca. 200 km, also rund der Hälfte fällt mir auf, dass der vorherige Abend doch zu lang war und ich entschliesse mich zu einem Zwischenstopp in Jervis Bay, einem Nationalpark mit angeblich schönem Strand. Da koch ich mir eine Kleinigkeit und schlafe 3 Stunden, um dann gegen 21 Uhr Abends in Canberra, der Hauptstadt anzukommen. Da stelle ich mich ins Regierungsviertel einfach vor den Regierungspalast und krabbel hinter unter alle Decken, die ich im Bulli habe, denn je weiter es ins Landesinnere geht, desto kälter wirds. Morgens schnell ein paar Fotos aus dem fahrenden Auto und dann ab auf den Highway, laut GoogleMaps noch rund 460 km. Tja, und dann hab ich nochmal die Karte genauer gelesen, weil mir so viele Autos mit Skiern auf dem Dach entgegengekommen sind. Snowy Mountains. Was das wohl heisst. Naja, es ist zwar Winter, aber ich bin ja immernoch in Australien und sooo schlimm wirds schon nicht werden. Es wurde schlimmer. Von Nieselregen auf 1.100 Metern, zu Schneeregen auf 1.300 zu Schnee auf 1.700 Metern. Ich befand mich auf einmal in einem Schneechaos. Der höchste Berg Austaliens ist 2.228 Meter hoch und ich war nur knapp 500 Meter darunter und 150 Kilometer entfernt.


On the road_III


Mein Sommer-Bulli hat dann schliesslich an einer ordentlichen Anhöhe gestreikt. Durchdrehende Reifen und ein durchdrehender Robert waren die Folge. Keine Chance. Umdrehen. 350 Kilometer mehr hiess dieser Umweg. Ärgerlich. Aber immerhin habe ich mal Schnee gesehen.
Montag morgen bin ich dann in Melbourne angekommen, Regen und kühle 13 Grad haben schon auf mich gewartet. Dennoch finde ich die Stadt schön und bei weitem nicht so schnell und anstrengend wie Sydney - grade im Auto.
Mein neues zu Hause ist ein Parkplatz am Strand im Süden der Stadt, geduscht wird im Schwimmbad, in einer BP-Tankstelle ist meine Toilette. In 2einhalb Wochen fange ich dann die Hospitanz beim Radiosender SBS an, bis dahin heisst es JOB SUCHEN! Bisher noch völlig ohne Erfolg, ich hoffe auf Besserung.

Fazit: Ein herzliches Dankeschön an den Staat Victoria, der eine 1a-Internetverbindung für umsonst inklusive Steckdosen für Handy und PC in der State Library of Victoria im Stadtzentrum anbietet - mein neues Teilzeit-Büro. Nur Rauchen und Essen darf ich nicht...