Sonntag, 20. Februar 2011

Home sweet Home - Entspannung und Nachhausekommen

Die Zeit ohne den Ami kann ich kaum mehr erwarten. El Nido ist wunderschön, viele Strandbars, viel Unterhaltung. Wir machen eine Schnorcheltour, Island-hopping, auf der ich Christoph und Sabine kennenlerne, 2 sehr entspannte, nette Münchner. Die Schnorcheltour macht Spass, obwohl nicht die Riesenhighlights zu sehn sind. Bunt, aber nicht sehr vielfältig und schon gar nicht in großer Zahl sind die Meeresbewohner durch meine nagelneue Maske zu sehn. Nach 9-jähriger Schnorchelabstinenz für mich aber doch aufregend. Von El Nido aus habe ich einen Platz auf “Ride tue Joe” reserviert, dem Boot, das zweimal die Woche nach Coron fährt.

Abenteuer pur. Das Boot ist 30 Meter lang, 10 Meter breit. 34 Passagiere sollen hier 7 Stunden lang ausharren. Oder 8 oder 9. Der Manager, ein amerikanischer Käptn Iglo wie er besser nicht im Buche stehn könnte, versteht sein Geschäft; es gibt den ganzen Tag ein kleines Buffet, damit das Volk zutun hat. Die Sonne brennt bei wenig Wind. Am Ende der Reise plaudere ich mit Käptn Iglo und er aus dem Nähkästchen - die Jessabel, das Konkurrenzunternehmen, ist vor drei Wochen abgesoffen. An dem Tag sei er mit seinem “Joe” wieder umgekehrt, weil das Wetter einfach keine Fahrt zugelassen habe, die Kollegen hätten durchgezogen. Die Folge: die Hälfte der Passagiere wurde von einem anderen Boot gerettet, die andere Hälfte musste die Nacht auf einer kleinen Insel verbringen. Keine Personenschäden, aber alles Gepäck dahin. “They do what´s good for them and not what is good for everyone!” erklärt mir der braungebrannte Weißbart die Mentalität der Filippinos. Er habe an dem Tag viele böse, aufgebrachte Passagiere auf seinem “Joe” erlebt, aber am Folgenden seien ihm doch alle dankbar gewesen, dass er kein Gepäck oder gar Leben aufs Spiel gesetzt habe. Safety first.

In Coron habe ich einen Bungalow reserviert - endlich keinen Stress beim Einchecken. 10 Minuten mit dem Tricycle geht’s den Berg hoch. Das Gran Vista liegt mitten im Wald, idyllischer geht’s kaum. 4 Bungalows, ich habe das Gefühl, ich sei allein in der ganzen Anlage. Hängematte, Balkon, Blick übers Tal. Was will man mehr?

Nach zwei Nächten in Ruhe und Einsamkeit kommt dann tatsächlich noch Besuch. Gemeinsam ziehen wir noch mal um und jetzt ist das Paradies zum Greifen nah. Unser Bungalow ist nur mit dem Boot zu erreichen, 20 Minuten dauert die Fahrt in einer sehr besorgniserregenden Nussschale. Die geräumige Hütte steht über dem Wasser auf Stelzen, verfügt über eine schöne Terasse und eine Art Balkon. Wieder sind wir anscheinenend die einzigen Touris auf diesem Fleckchen Erde mit dem passenden Namen Cast Away.

Nach einer Party-Nacht am Strand mit Übernachtung im Sand (konnte man dazubuchen. Haben wir gemacht. Von den 40 überwiegend chinesischen anderen Gästen insgesamt sonst… ähm,… keiner.Trotzdem schön.) stand dann Entspannung auf dem Programm. Ein Tag Rollerfahren zu den heissen Quellen, ein Tag Strand und Sonne und Affe nach einer kleinen Bootstour, ein Tag Schnorcheln an richtig traumhaften Stränden. Die Nächte sind der absolute Wahnsinn, so einen Sternenhimmel mit dem Mond zum Greifen nah habe ich noch nie erlebt. Wir schlafen jede Nacht unter freiem Himmel. Zwischendurch treffen wir meine Münchner noch mal auf ein Abendessen, die tatsächlich die Überfahrt mit der Jessabel überlebt haben.


Final Countdown


Am 16.02. dann geht’s morgens um halb neun mit allem Gepäck auf die Nussschale und ab dafür. Nach 38 Stunden dann wars auch schon geschafft. Kleine Insel - mit Nussschale auf die größere Insel, Busuanga - Van zum Flughafen - eine Stunde Flieger nach Manila - 8 Stunden Manila - 9 Stunden Flieger nach Doha - 8 Stunden Doha - 7einhalb Stunden Flieger nach Frankfurt. Deutscher Boden. Kalt. Grau. Aber ein bisschen Sonne zur Ankunft, außerdem Familie und ein gehöriger Jetlag.

Den Blog will ich beschliessen, indem ich mich bei allen bedanke, die mich in diesem Jahr begleitet haben. Neben all den neuen Freunden und Bekannten, die ich in OZ gemacht habe, war es auch eine großartige Erkenntnis und Erfahrung, zu merken, auf wie viele Leute ich hier in Deutschland zählen kann. Bei meiner Abschiedsparty hatte ich mich ordentlich ins Zeug gelegt, damit der Kamin aus allen Nähten platzt - die Welcome-Party lag nicht in meiner Hand und auch sie war der Knaller.

Die größte Angst auf der Reise war von Anfang an vor dem Nachhausekommen und mit dieser Party macht ihrs mir echt leichter. Danke an alle und vor allem an Phlip und Jens.



Fazit: OZ war schön, whats next...... ?

Montag, 7. Februar 2011

Sydney - Manila - Sabang - El Nido - Philippines, here I am!

Der letzte Tag in Sydney, Mittwoch, war sehr entspannt. Abends vorher hab ich noch mal meine paar Leute in der Stadt der Oper abgeklappert. Kino, 2 Bier trinken. Morgens dann packen (3 Minuten, ich habs perfektioniert) und die letzten Dollars irgendwie aufteilen über den Tag. Mittags dann spontan noch mal Kino, weil die Hitze einfach unerträglich ist. (The black Swan, sorry Patrice…Aber SEHR zu empfehlen) Dann noch telefonieren, ein paar Freunde, die über Australien verteilt sind, verabschieden.


Am Flughafen war ich noch mit Peter verabredet, 5 Stunden vor meinem Flug. Egal, absitzen mußte ich die Zeit sowieso. Das Taxi, das meine Eltern 21 Dollar gekostet und 20 Minuten benötigt hat, ist diesmal 33 Dollar teuer und wir brauchen sage und schreibe 45 Minuten.

Sehr angenehmes Treffen mit Peter, der auf der Durchreise ist, dann wartenwartenwarten, ein-zwei Bewerbungen schreiben. Das letzte, was ich in Australien zu mir nehmen will, ist natürlich ein Meat-Pie. Diesen hab ich dann ungefähr überm Ayers Rock in die Atmosphäre gekotzt. Zu dem Zeitpunkt war grade das Air Malaysia-Essen serviert worden, das ich mir danach auch richtig hab schmecken lassen. Lamm. Eine Lehre: Finger weg von Flughafen-Pies für 8 Dollar.

Air Malaysia ist in Ordnung, da kann man überhaupt nicht meckern. Wie gesagt, das Lamm war richtig gut, Filmauswahl riesig. Sogar ein deutscher Film dabei - Teufelskicker. Nicht weiter zu empfehlen.

Ankunft Kuala Lumpur, ich hab eine kleine zusammengewürfelte Truppe gefunden, mit der ich die Nacht verbringe. Australier, Filipinos, Koreaner. Nie wieder werde ich ein Nacht am Flughafen ohne Jacke, Pulli oder Decke verbringen. 8 Stunden Gänsehaut.

Aber da ich glücklicherweise überall schlafen kann, bin ich morgens recht fit. Auf dem Weiterflug gibt’s Hühnchen, was auch richtig gut ist und Christopf Schlingensief wandert in seinem Buch “So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein” Richtung Krebstod. Trauriges, aber schönes Buch.

Manila ist groß, laut, sehr grau, ich fühl mich unsicher, vor allem in den ersten Stunden. Das Hostel ist ein Appartemet in einem 26-Stock-Haus, in dem 16 Leute schlafen können. Etage 18. Es ist winzig, aber sehr sauber, das Internet ist sehr schnell, die Betreiber sind sehr sehr sehr sehr freundlich und planen quasi alle Trips der Ankömmlinge, weil sie aus den verschiedenen Teilen der Inseln stammen. Telefonieren, schreiben auf, drucken aus, kopieren. Ein richtig familiärer Platz, an dem ich ein paar Amerikaner, Briten, Kanadier kennenlerne, mit denen ich die nächsten 2 Tage verbringe. Das Gefühl der Unsicherheit ist somit gewichen. Samstag dann verlasse ich die Stinkestadt Richtung Palawan. Ich hatte alle Optionen, die Flüge auf die Inseln kosten rund 30 Euro. Ein Ami hatte mir von Coron erzählt - paradiesisch. Das liegt im Norden der Insel Palawan. Ein anderer Ami, Guy, 51, hatte grade einen Flug nach Puerto Princesa gebucht und meinte, ich solle doch mit ihm fliegen und dann meinen Weg hoch bis Coron machen. Er bleibt insgesamt nur 4 Tage, dann hab ich noch eine Woche allein. Gebucht.

Manchmal hab ich das Gefühl, dass er viel deutscher ist als ich. Führt über jeden Peso, den er ausgibt, Buch. Würde am liebsten heut schon die nächsten drei Jahre planen und buchen. Anfangs sehr angenehm, weil ich mich wahrhaftig einfach um gar nichts gekümmert habe, auch keinen Plan von der Insel hatte. Mittlerweile aber ein bisschen nervig, da meine australische Gelassenheit, die ich mir unmerklich angeeignet habe, dem Ganzen rumgeplane und double-checking und auf Nummer-sicher-Gegehe im Wege steht.

Nach einem bierseligen Abend in Puerto Princesa sind wir morgens um 7 mit dem Holperstolperbus die 78 Kilometer nach Sabang gefahren. 3 Stunden. In Sabang ist der längste Untergrundfluss der Welt. 8,2 Kilometer lang. DIE Touri-Attraktion von Palawan. Für rund 6 Euro gibt’s den Trip, erst 20 Minuten mit dem Boot, dann auf ein anderes Boot umsteigen, 45 Minuten durch den Tunnel. Täglich werden hier 600 Menschen durchgeschleust. Großartig. Riesige Stalaktiten und Stalakmiten, tausende Fledermäuse, ein tolles Erlebnis. Eine Nacht in einer Bambushütte, vorher Abends noch mal schnell ins Meer gehüpft, das 150 Meter davor liegt. Und jetzt sitze ich grade wieder im Bus. El Nido heisst das Ziel, das wir in ca. 4einhalb Stunden erreichen werden. Berühmt für seine schneeweißen Strände. Diesmal ist es ein Minibus, 4 Franzosen, ein wasweissich, Guy und ich. Ach, dasteigt grad noch ein Filipino zu. Soso, der Bruder des Fahrers, is klar. Wenn noch einer kommt, ist meine Beinfreiheit dahin. Nix da. Das Gute am Busfahren ist, dass Guy wieder nicht neben mir sitzt, so wie gestern auch schon, was heisst, er kann wen anders volllabern oder muss tatsächlich mal ein paar Stunden die Klappe halten und ich kann schreibenlesenwasweissich. Lagerkoller? Ach was, ich übertreibe, Reisegesellschaft ist oft angenehm und nützlich. Bis Mittwoch werde ich in El Nido bleiben, mein nagelneues Schnorchelset benutzen und dann mit irgendeinem Boot nach Coron fahren. Und weiterschnorcheln. Da habe ich zum Glück schon von Manila aus Unterkunft reserviert, denn das wird noch spannend in El Nido. Gestern haben wir 5 Resorts angerufen. Alle ausgebucht. Palawan ist rappelvoll. Schaumerma, der Strand soll ja schön sein.

Nachtrag nach Ankunft in El Nido: Unterkunft gefunden. So groß wie das Bett ist der Raum, aber ein Einzelzimmer. Morgen Schnorcheln und Inselhopping. Wenn das Internet bei uns so breit ist wie der Rhein, ist das hier eine Ameisenstraße mit Stolpersteinen und einem Bach in der Mitte in einem Ameisenbär-Käfig. Also: keine Fotos.

Fazit: Es gibt Reis, baby!!!