Montag, 31. Januar 2011

Sydney - Finale

Übermorgen geht’s ins Flugzeug mit grober Richtung: Heimat. Jetzt grade befinde ich mich illegal im Land, da mein Visum bereits überschritten und ich aus nicht näher zu erläuternden Gründen meinen Flug 3 Tage nach Visumsende antrete.

Die letzten Wochen waren noch mal sehr aufregend; das halbe Land zu durchqueren hatte mich vorher ein Jahr gekostet, dieses Mal reichten 4 Wochen. Sydney, Canberra, Melbourne, Tasmanien, Cairns, Tully, Brisbane, Sydney. Marathon, aber ohne Stress. Die Rolle als Reiseführer für meine Eltern hat mir gut gefallen, also wenns mit den Medien mal nicht mehr so läuft, steige ich vielleicht auf “Reisen für fitte Senioren” um. (Mama, Papa, nur Senioren kriegen nun mal im Bus einen Platz angeboten und Ermäßigung bei Touri-Attraktionen…)

Jetzt grade treffe ich Freunde, geniesse den Sommer in einer Stadt, mit der ich am Ende doch noch warmgeworden bin. Man soll ja bekanntlich gehen, wenns am Schönsten ist.

Mein Rucksack hat sich schon sehr den kommenden Reiseverhältnissen angepaßt. Übergewicht ist nicht zu erwarten, denn seit meine Eltern weg sind, esse ich auch wieder weniger und verwende meine bescheidenen finanziellen Mittel für andere Dinge.

Ein bisschen fühle ich mich wie zu Beginn meiner Reise.

Heute vor einem Jahr und ein paar Tagen war ich sehr gespannt auf die ersten Tage in Bangkok. Ganz allein in einer richtig fremden Welt, tun und lassen was ich will - abschalten! Alleinsein. Die Wochen vor dem Abflug waren so turbulent, ich wollte keine Minute auslassen, wollte immer Vollgas geben, musste es in vielen schlimmen Situationen auch. Australien war so fern und unwirklich. Eine Heimat für ein Jahr? Ich wusste nicht viel darüber, aber war mir sicher, dass Bangkok viel exotischer und anders daherkommt.

Jetzt stehe ich vor meiner Abreise nach Manila. Fremd, anders, exotisch. Ich fühle mich unwissend und das macht es um so spannender. Der Flug steht, die erste Nacht ist gesichert. Danach? Treiben lassen. Deutschland ist so fern und doch so nah. Ich weiss ungefähr, was mich erwartet, wer mich erwartet. Das mildert die Freude darauf ganz und gar nicht, aber das Ungewisse, das Abenteuer ist dann erstmal vorbei. Derzeit gebe ich wieder Vollgas, lasse nichts aus, treffe hier Leute, will das noch machen, nehme mich nicht zurück, denn wann habe ich wieder die Gelegenheit dazu? Ich weiss es nicht. Schlafen? Es ist sowieso zu warm! Ausserdem tue ich das in dem Wissen, dass ich Entspannung und Ruhe auf den Philippinen finden werde und dann taufrisch wieder ans Werk gehen kann.



Fazit: Ein Auge lacht, ein Auge weint.

1 Kommentar:

  1. Naja, mehr als aus dem Land ausfliegen können sie dich ja nicht. Da Du das jetzt schon selbst machst, ist es ja kein Problem. ;-) LG Georg.

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